Wir setzen Projekte um, die wir verstehen und bei denen wir eine Chance sehen, mit wenig viel zu bewirken.

Ger Projekt

Seit 2014

Was wir tun
Mandach Naran vergibt Jurten an sozial benachteiligte Frauen mit Kindern in der Mongolei.

Begünstigte werden anhand folgender Kriterien ausgewählt:

  • Geschlecht (weiblich)
  • Notsituation
  • Bereitschaft, aktiv an einer besseren Zukunft zu arbeiten
  • Zuverlässigkeit / Verantwortungsbewusstsein
  • Alter

Das Ziel ist es, Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlichen Hintergrundes zu unterstützen. Frauen, die trotz schwieriger Lebenssituation an einer besseren Zukunft arbeiten, diese jedoch nicht aus eigener Kraft verwirklichen können. Diesen Frauen geben wir eine Starthilfe.

Eine Vorauswahl erfolgt mit Hilfe von Gerelt Mur NGO, lokalen Behörden und gegebenenfalls Sozialarbeitern. Mandach Naran besucht jede Kandidatin zum persönlichen Gespräch und wählt die definitiv zu Begünstigenden.

Hintergrund
Alkoholismus ist in der Mongolei weit verbreitet –  dementsprechend häufig sind Fälle häuslicher Gewalt, gerade in ärmeren Gegenden.

Alleinstehende Frauen haben es schwer, die soziale Unterstützung des Staates ist minimal. So enden viele Frauen in der Armut, während ihre Kinder in prekären Verhältnissen aufwachsen oder sich auf der Strasse wiederfinden.

Ein Zuhause kann die Abwärtsspirale aufhalten. Es bietet einen sicheren (Schutz-)Raum.

Auch erlaubt es dieser den Frauen, die Kinder allein zu lassen, um arbeiten zu gehen. Damit können sie ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen und damit beginnen, an einer besseren Zukunft zu arbeiten.

Nicht zu unterschätzen ist die Hoffnung, welche die Aktionen von Mandach Naran in den Beteiligten wecken. Die Hoffnung auf das Gute – der Glaube, dass eine bessere Zukunft möglich ist – wirkt wie ein Kraftstoff. Mit seiner Hilfe können sich die Frauen aus ihrem alten Leben befreien.

Wieviel kostet eine Jurte?
Wir vergeben 5-Wand Jurten mit Holzboden und, falls nötig, Ofen von guter Qualität. Die Preise für Jurten variieren je nach Stadt, Grösse und Qualität. 2017 haben wir ca. 900 CHF bezahlt.
Begünstigte 2017
Byambasuren

Ulaanbaatar

Byambasuren litt in ihrer Ehe unter heftiger häuslicher Gewalt. Als sie ins Spital eingeliefert werden musste, trennte sie sich von ihrem Mann und kam mit ihren drei Kindern bei ihrer Mutter unter. Als diese jedoch aufs Land zurück musste, blieb ihr nur die Jurte ihres Bruders, denn bei der Trennung verlor sie praktisch ihren gesamten Besitz.

Byambasuren bekam ein Bett, doch die Frau ihres Bruders und ein zweiter Bruder, der ebenfalls dort lebte waren gegen ihren Einzug. Sie hatten selbst nicht viel. Ihre Brüder sind Alkoholiker und die Atmosphäre in der Jurte war mehr als unfreundlich. Byambasuren musste oft ertragen, wie sie und ihre Kinder angeschrien wurden.

Byambasuren und auch ihre Kinder waren traumatisiert von ihrer Vergangenheit und litten sehr unter den Umständen. Dennoch fand Byambasuren die Kraft, sich für ein besseres Leben einzusetzen. Sie hatte gerade eine Arbeit in einer Bäckerei gefunden, als Mandach Naran ihr eine Jurte zusprach.

Die Jurte gibt ihr und den Kindern ein sicheres Heim, in dem sie mehr Platz als nur die Fläche eines Bettes einnehmen dürfen und einander als Familie begegnen können. In der Jurte kann sich Byambasuren von den Strapazen des Tages erholen, ohne am Abend neuerlichen Schwierigkeiten ausgesetzt zu sein. Damit hat sie eine Chance, ihren Job langfristig zu behalten.

Psychisch ist diese Lebensveränderung von grosser Bedeutung. Die Jurte gibt Byambasuren Zuversicht und Wertschätzung, auf deren Basis sie ihr Selbstwertgefühl mit der Zeit wieder aufrichten kann.

Niamka

Erdenet

Niamka ist eine junge Mutter mit Ausbildung. Seit sie jedoch zu ihrem Mann gezogen war, hatte sie nicht mehr gearbeitet, da es in dieser Gegend keine freien Stellen gab und sie mit den Kindern beschäftigt war.

Wie bei vielen jungen Familien reichte das Einkommen des Mannes nicht, um einen eigenen Haushalt zu gründen. Sie lebten deshalb beim Onkel ihres Mannes, zu dritt in einer kleinen Hütte. Der Onkel hatte ihren Mann wie ein Vater aufgezogen, das Einkommen wurde deshalb fast vollständig für seine Arztrechnungen eingesetzt. Sie hatten keinerlei Möglichkeit, Geld zu sparen. Die Schulden begannen sich anzuhäufen.

Die Familie steht exemplarisch für die Situation vieler anderen jungen Familien, die unter dem Druck der Umstände langsam auseinanderbrechen. Am Ende stehen Frauen mit ihren Kindern allein da, mit wenig oder gar keiner Unterstützung.

Die Jurte gibt ihnen eine Chance, eine Privatsphäre aufzubauen, die sie als Familie zusammenhält. So ist die Chance, dass sie die Abwärtsspirale vermeiden und ihr Leben als Familie fortsetzen können, um ein Vielfaches grösser.

Nächste Runde 2019

Mandach Naran plant 2019 weitere Jurten an sozial benachteiligte Frauen zu vergeben.

Umweltbildung

Seit 2018

Anti-Littering Kampagne

Was wir tun
Mandach Naran plant eine Sensibilisierungskampagne gegen Littering mit deren Hilfe andere Stellen animiert werden können, das Problem wahrzunehmen und selbst aktiv zu werden.

Kern der Kampagne sollen mindestens ein TV-Spot, ein Weiterbildungsangebot für Lehrer, sowie Schulbesuche sein.

Hintergrund
Die neu entstandene mongolische Mittelschicht beginnt, ihr eigenes Land zu erkunden. Dabei wird der zurückgelassene Müll zu einem immer grösseren Problem. In den letzten vier Jahren hat sich die Situation dramatisch verschlechtert. Für Littering besteht noch keinerlei Problemwahrnehmung. Eine solche kommt auch nicht, wie es scheint, aus dem angrenzenden Ausland.

Es gilt jetzt zu handeln, bevor sich der Müll über das ganze Land verteilt hat. Denn traditionell haben Mongolen eine gute Umweltwahrnehmung und ein gutes Verständnis dafür, dass für einen nachhaltigen Umgang mit ihr gewisse Regeln notwendig sind.

Um eine Sensibilisierung anzustossen, scheint eine Kombination aus TV-Spot und Sensibilisierung an Schulen sinnvoll.

Der Fernseher läuft nicht nur in der Stadt etliche Stunden am Tag, auch viele Jurten sind inzwischen mit Solarpanels und Fernsehgerät ausgestattet. Die Hauptzielgruppe – die Mittelschicht der Hauptstadt – konsumiert täglich mehrere Stunden Fernsehunterhaltung.

Da Bildung ausserdem als realer Wert gilt, haben überzeugte Schülerinnen und Schüler deshalb gute Chancen, unachtsame oder zweifelnde Familienmitglieder zu überzeugen. Um möglichst viele Schüler zu erreichen, setzten wir auf eine Sensibilisierung der Lehrpersonen.

Wie verwenden wir das Projektgeld?
Wir möchten vor Ort einen TV-Spot produzieren lassen und Lehrpersonen in diesem Bereich weiterbilden. Die Produktion des Spots beinhaltet Recherche-, Umsetzungs- und Verbreitungsarbeit. Der Auftrag wird an Nyambaatar vergeben.

Weiterbildungen werden von Freiwilligen durchgeführt, es fallen aber Materialkosten an.

Zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit hoffen wir auf freiwilliger Basis zu realisieren.

Auszeit mit Zukunft

Was wir tun

Mandach Naran bietet eine Auszeit für sozial benachteiligte Frauen und ihre Kinder an, die dem Thema Umwelt gewidmet ist.

Damit wird die Unterstützung der Frauen mit einer Sensibilisierung für Umweltfragen verknüpft. Durch den persönlichen Kontakt und vielfältige, praktische Inputs wird der Grundstein für eine Integration nachhaltigerer Lebensweisen in den gelebten Alltag gelegt.

Durch eine gezielte Auswahl von Teilnehmerinnen soll die Zusammenkunft ausserdem dafür genutzt werden, Risiken und Chancen eines von Frauen geführten Start-ups im Bereich Recycling auszuloten.

Hintergrund

Sozial benachteiligte Frauen haben nur in seltenen Ausnahmefällen das Geld, ihre Kinder mit aufs Land zu nehmen. Diese kommen selten aus der Stadt heraus und wachsen deshalb ohne den Kontakt mit Natur und Umwelt auf. Das wirkt sich ganz direkt auf das Umweltverhalten aus.

Die physischen und psychischen Ressourcen der Frauen werden von ihrem anstrengenden Leben meist derart beansprucht, dass ihnen auch im Falle von Möglichkeiten die Kraft für einen positiven Lebenswandel fehlt.

Eine Auszeit wirkt Wunder. Sie schafft Distanz, ermöglicht Regeneration und Momente der Freude.

Findet sie in der Natur statt, haben die Frauen und ihre Kinder zudem die Möglichkeit, ihr Umweltverhalten ganz direkt zu überdenken und ein Stück weit zu ihren kulturellen Wurzeln zurückzufinden. Traditionell leben nomadische Mongolen in perfekter Abstimmung mit ihrer Umwelt.

Die Auszeit zielt darauf ab, das eigene Umweltverhalten aus verschiedenen Perspektiven zu reflektieren und Wege aufzuzeigen, wie ganz konkret Verbesserungen im Alltag gemacht werden können.

Die Gründung eines Recycling Start-ups könnte engagierten Frauen helfen, eine neue Lebensgrundlage zu schaffen. Eine nachhaltige Lebensgrundlage für sich und ihre Kinder, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes.

Wie verwenden wir das Projektgeld?
Wir laden Frauen und ihre Kinder zu einer Woche auf dem Land ein, fahren mit ihnen in die Natur und bieten ihnen unterhaltende, interessante und bildende Inputs, Spiele und Begegnungen.

Dabei übernehmen wir alle anfallenden Kosten: Transport, Übernachtungen, Verpflegung, Entlohnung der beteiligten mongolischen Projektinvolvierten (Vortragende, Handwerker, Dolmetscher, etc.).

Künstlerunterstützung

Seit 2018

Was wir tun
Mandach Naran möchte den mongolischen Kameramann und Produzenten Nyambaatar beim Besuch von Weiterbildungen unterstützen, damit er eine Chance hat, sein Talent weiter zu entfalten. Wir vergeben den Produktionsauftrag für die Anti-Littering Kampagne an ihn.
Hintergrund
Nyambaatar gilt als Nachwuchstalent. Er ist Autodidakt, hat jedoch von 2014 bis 2017 erfolgreich eine eigene Firma gegründet und geführt (Little House).

Qualitativ hochwertige Weiterbildung ist in vielen Bereichen der Kunst nicht vorhanden. Nur wer genügend Ressourcen hat, kann sich das nötige Know-How im Ausland holen.

Nicht selten stehen Kunstschaffende früher oder später vor der Wahl, ihrem Talent weiter Raum zu geben und dafür in Armut zu leben, oder sich zugunsten eines sichereren Einkommens davon abzuwenden.

Wie verwenden wir das Projektgeld?
Wir möchten versuchen Nyambaatar beim Besuch von Weiterbildungen zu unterstützen. Dazu müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Nyambaatar könnte sie ohne die Hilfe von Mandach Naran nicht besuchen.
  • Die Weiterbildung erlaubt es Nyambaatar, sich künstlerisch weiterzuentwickeln.
  • Die Weiterbildung ist für seine Etablierung im mongolischen Markt unabkömmlich (strategische Bedeutung).
  • Die Weiterbildung ist langfristig von Nutzen (Nachhaltigkeit).
Weiterbildung 2018
Im März 2018 haben wir Nyambaatar einen Aufenthalt in der Schweiz ermöglicht, während dem er Schweizer Filmschaffende treffen, und sich mit ihnen austauschen konnte. Der Fokus lag auf der Darstellung von Emotion. Der Aufenthalt hat es ihm ermöglicht, eine “europäische“ Sichtweise auf das Filmschaffen kennen zu lernen und wertvolle Anregungen zur technischen Umsetzung und einem sinnvollen Materialeinsatz zu erhalten. Einige der neuen Bekanntschaften werden ihm auch in Zukunft als Mentoren zur Seite stehen.

Mandach Naran möchte sich bei jedem, der zu dem Programm beigetragen hat, herzlich für das freiwillige Engagement bedanken!

Nyambaatar: „Was ich hier gelernt habe, hat meinen Horizont erweitert und mir Mut gemacht, meine eigenen Projekte voranzutreiben. Vielen Dank an alle, die sich Zeit für mich genommen haben.“

Dreharbeiten 2019

Dank Mandach Naran und der Unterstützung durch dpvideoproduction konnte Nyambaatar im Juni 2019 einen Arbeitsauftrag aus der Schweiz annehmen. Dieser hatte sich aus seinem Weiterbildungsaufenthalt von 2018 ergeben.

Während seines 11 tägigen Einsatzes produzierte er einen Imagefilm für Waldschutz Schweiz.

Dpvideoproduction stellte dafür einen professionellen Schnittplatz zur Verfügung und stand als Diskussionspartner an seiner Seite. Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag!
Der direkte Einblick in die Arbeitsrealität im Schweizer Filmwesen ist nicht das Einzige, das für Nyambaatar zählt. Der Austausch mit hiesigen Fachleuten anhand eines konkreten Projektes, sowie die Möglichkeit, in einem anderen Landeskontext zu agieren, beides ist für seinen Werdegang in der Mongolei sehr wertvoll.